Professor h.c. Paul Frischauer wurde im Mai 1898 in Wien geboren. Sein Vater war Hof- und Gerichtsadvokat, sein Großvater Herausgeber einer angesehenen Zeitung. – Auch den Enkel zog es zunächst zur Publizistik: Nachdem der junge Frischauer das Studium der Geschichte und Staatswissenschaften an der Universität Wien beendet hatte, erprobte er sein schriftstellerisches Talent als Journalist in seiner Vaterstadt und im Berlin der Zwanziger Jahre, wo er unmittelbaren Anschluss an das reiche und bewegte geistige Leben jener Zeit gewann. Es folgten längere Aufenthalte in den großen Metropolen des Westens: Paris, London, New York, Rio de Janeiro.
Zusätzlich erwarb er sich auch als freischaffender Autor einen fundierten Ruf: 1923 kam im Rahmen der Wiener Theaterfestspiele sein erstes Bühnenwerk „Im Dunkeln …“ heraus. Und bereits wenig später erhielt sein „Prinz Eugen“ internationale Anerkennung. Mit diesem Buch hatte Frischauer sich nachdrücklich dem Genre zugewandt, in dem er seine bedeutendsten Leistungen bot: der historischen Biografie. Werke wie „Garibaldi“ und „Beaumarchais“ sind Musterbeispiele ihrer Gattung: Sachlich fundiert und legitimiert durch die genaue Quellenkenntnis des Autors, dennoch in locker-belletristischem Stil und mit dem lebensvollen Elan des echten Schriftstellers geschrieben. Freundschaften verbanden ihn u.a. mit Bert Brecht, John Galsworthy, Luigi Pirandello, Heinrich Mann, Franz Werfel und Stephan Zweig.
Wie so viele andere Autoren musste auch Frischauer nach 1933 emigrieren. Im Exil – wo er unter anderem als fremdsprachiger Berater bei BBC London tätig war – entstanden neue Arbeiten, u.a. begann er eine Geschichte der Habsburger. Nach Kriegsende kehrte er nach Wien zurück und heiratete in zweiter Ehe Gaby von Schönthan, eine Schauspielerin und vielgelesene Romanautorin. Frischauers literarisches Oeuvre fand internationale Anerkennung; die Mehrzahl seiner Werke wurden Bestseller.
Er starb am 07. Mai 1977 in Wien.
Seine wichtigsten, noch heute vielgelesenen Werke:
Romane (Auswahl):
DÜRER - Roman der Renaissance (1925)
DER GEWINN (1932)
EIN GROSSER HERR (1950)
DIE FREMDE KÖNIGIN – Historischer Roman aus dem antiken Persien (1959)
DIE HABSBURGER – Geschichte einer Familie (1961)
DER SIEGER – Roman über Konstantin der Große (1963)
IVANHOE – Historischer Roman (1967)
WIRF DEINEN SCHATTEN, SONNE – Leonardo da Vinci (1974)
FINALE IN WIEN (1978)
Biografien:
DIE GEHEIMEN PAPIERE DER GRÄFIN DUBARRY (1924)
PRINZ EUGEN (1933)
GARIBALDI (1934)
BEAUMARCHAIS – Wegbereiter der großen Revolution (1935)
Non-Fiction:
TAGE IN MOSKAU (Tagebuch)
DER MENSCH MACHT SEINE WELT (1962)
Kulturgeschichte/Nachschlagewerke:
WELTGESCHICHTE in Romanen (1961)
ES STEHT GESCHRIEBEN – Das Buch der großen Dokumente (1967)
THEATERGESCHICHTE - Die Welt der Bühne als Bühne der Welt (1967)
SITTENGESCHICHTE DER WELT (1968); fortgeschrieben in einem 4. Band (1995): Von Marilyn bis Madonna



