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Hans-Ulrich Horster

(Pseudonym)

Mensch Junge“ sagte die Mutter – und da war sie schon 80, und der Sohn hatte etliche Lebensstationen bereits hinter sich – „Junge, was hätte aus dir werden können, wenn du dich nicht so verzettelt hättest“.

Nun, verzettelt hat er sich wirklich nicht, dieser Eduard Rhein. Er war der „Erfinder von HÖRZU“ und dann für fast zwanzig Jahre ihr erster – und wohl erfolgreichster – Chefredakteur.

Was hat er darüber hinaus nicht alles angeschoben, entwickelt, verbessert? Studierter Ingenieur, millionenschwerer Erfinder – ein Quirl, gerade mal 1,65 Meter groß, der in so vielen Töpfen rührte, dass es gut für zwei Leben gelangt hätte. Bereits in den 30er Jahren schrieb er Bücher wie „Wunder der Wellen“ und „Du und die Elektrizität“. Während des Krieges, den er in Berlin überstand, erfand er einen Schnellstarter fürs Radio, aus dem später die Fernbedienung entstand; er arbeitete an einem Radargerät für die Flak, und gleichzeitig schrieb er das Libretto für Eduard Künnekes Operette „Traumland“.

Axel Springer suchte 1946 einen Kopf, der ihm eine Rundfunkzeitschrift machen könnte. Axel Eggebrecht und Peter von Zahn, damals bei NWDR, empfahlen „den Rhein“. Und Eduard Rhein erfand HÖR ZU.
Mit der Macht der Leser im Rücken – über vier Millionen Auflage – stritt er für die Einführung von UKW, der „Welle der Freude“, und wetterte gegen „Schleichwerbung (seine Wortschöpfung). Er machte aus einem längst vergessenen Schulfilm-Igel das Redaktionsmaskottchen „Mecki“ und dazu auch gleich 13 Bücher; er schrieb unter Pseudonym 17 HÖRZU-Romane wie „Ein Herz spielt falsch“, „Suchkind 312“, „Eheinstitut Aurora“.

Nebenbei entwickelte er die „Füllschrift“ für Langspielplatten. Mit den weltweiten Tantiemen belohnt die 1976 gegründete Eduard-Rhein-Stiftung noch jährlich Forscher im Elektronikbereich.
Ende der 80er Jahre schrieb Rhein seine Autobiografie „Der Jahrhundertmann“.

Im April 1993 erlag „Der Mann, der HÖRZU erfand“ – „und Springer reich machte“ setzte Ben Witter dazu – in Cannes einem Schlaganfall.

Fiction:

DIE JAGD NACH DER STIMME
EIN HERZ SPIELT FALSCH
DIE TOTENINSEL (später: INSEL OHNE WIEDERKEHR)
DER ROTE RAUSCH
DER ENGEL MIT DEM FLAMMENSCHWERT
WIE EIN STURMWIND
SUCHKIND 312
VERLORENE TRÄUME
HERZ OHNE GNADE
EIN AUGENBLICK DER EWIGKEIT
EIN STUDENT GING VORBEI
VERSCHATTETE HEIMKEHR (später: EINE FRAU FÜR TOT ERKLÄRT)
EHEINSTITUT AURORA
KARUSELL DER LIEBE
KLON-KIND ULI (später: EIN SOHN NACH SEINEM EBENBILD)
HAUS DER HOFFNUNG
BRIEFE AUS DEM JENSEITS
DER JAHRHUNDERTMANN

Kinderbücher:

MECKI IM SCHLARAFFENLAND
MECKI BEI DEN SIEBEN ZWERGEN usw.

Operette:

Libretto und Liedertexte zur Künneke-Operette TRAUMLAND

Populärwissenschaftliche Werke:

WUNDER DER WELLEN
DU UND DIE ELEKTRIZITÄT
DU UND DEIN KÖRPER (Manuskript bei Kriegsende verloren)

Verfilmungen:

EIN HERZ SPIELT FALSCH
DIE TOTENINSEL (später: INSEL OHNE WIEDERKEHR)
DER ROTE RAUSCH
DER ENGEL MIT DEM FLAMMENSCHWERT
WIE EIN STURMWIND
SUCHKIND 312
VERLORENE TRÄUME
HERZ OHNE GNADE
EIN STUDENT GING VORBEI
EHEINSTITUT AURORA

Erfindungen, Entwickungen:

Schnellstarter für Radion 1942 (jetzt auch für Fernsehen)
Radargerät FK1 für die Wehrmacht (1944)
Füllschriftverfahren für Schallplatten (1944 - 1948)

Ehrungen:

Großes Bundesverdienstkreuz (1958)
Ehrenkreuz des Roten Kreuzes (1965)
Hans Bredow-Medaille für Verdienste um den deutschen Rundfunk während der ersten 50 Jahre (1973)
Das Große Verdienskreuz mit Stern (1985)
Ehrentitel >Professor e.h.< verliehen vom Berliner Senat für hervorragende wissenschaftliche Verdienste um Berlin (1986)
Medaille für Kunst und Wissenschaft, verliehen vom Senat, und Name eingemeißelt auf der Stifter-Tafel des Rathauses der Freien und Hansestadt Hamburg (1990)

Stiftungen:

Eduard-Rhein-Stiftung zur Förderung der Fernsehtechnik Hamburg (1977)
Professor-Rhein-Stiftung bei der Stadt Königswinter u.a. zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. (1987)